Selbstzerstörende Nachrichten: Kennst du diese Tools?

Selbstzerstörende Nachricht mit Feuer
Selbstzerstörende Nachrichten sind für einige ein Traum

Selbstzerstörende Nachrichten? Zugegeben, auch ich möchte schon mal gerne mal den ein oder anderen Brief als geheime Nachricht schreiben und mich dabei wie in Kobra, übernehmen Sie! fühlen. “Dieses Band wird sich in fünf Sekunden selbst zerstören”. Oder Nachrichten a la Mission Impossible: Diese eine geheime Nachricht, die nach dem Lesen gleich den kompletten Laptop schmilzt. Da bleibt dann nur ein Häufchen Metall übrig. Wer hat da noch nicht dran gedacht…

Wozu kann ich selbstzerstörende Nachrichten einsetzen?

Heute fallen mir andere Einsatzgebiete für solche Nachrichten ein. Zum Beispiel kann man damit Bankdaten verschlüsselt und sicher an Freunde verschicken. Gerade neulich habe ich für Freunde Konzertkarten bestellt. (Hoffentlich können wir die Tickets nach Corona auch einlösen). Meine Bankdaten habe ich dann per Email unverschlüsselt verschickt. Meine Freunde konnten mir damit ihren Anteil später überweisen.

Als weiteres Einsatzgebiet kann ich mir auch ein Email vorstellen, die unbedingt nur an einen Empfänger verschlüsselt geschickt werden soll. Mit selbstzerstörenden Nachrichten bleibt der Inhalt auf jeden Fall geheim. Weiterleiten ist ja faktisch ausgeschlossen.

Mit einer selbstzerstörenden und verschlüsselten Nachricht hätte ich das alles besser und sicherer lösen können. Sicherheit im Internet ist mir generell sehr wichtig. Aber hinterher ist Frau immer schlauer! Deshalb habe für Dich jetzt clevere Tools dazu recherchiert. Getestet habe ich Privnote, SafeNote und Nachrichten.co.

Für alle Tools wird keine separate Software oder App benötigt. Die Dienste funktionieren über eine einfache Weboberfläche. Alle von mir getesteten Seiten sind kostenlos und ohne Werbung. Das Grundprinzip ist bei allen Webanwendungen gleich: Man schreibt eine Nachricht in das Textfeld. Das System generiert dann einen Link. Dieser Link kann kopiert und direkt in Emails oder Messenger-Dienste eingefügt werden.

Nachricht.co

Aus Deutschland stammt Nachricht.co. Die Web-Applikation gibt es neben Deutsch auch noch in drei weiteren Sprachen: Englisch, Niederländisch und Russisch.

Die Oberfläche von Nachricht.co

Nachricht.co bezeichnet sich als “verschlüsselte Einweg-Nachricht”. Sie garantiert absolute Anonymität. Nachricht.co speichert keine personenbezogene Daten und keine IP-Adresse. Jede Nachricht wird individuell mit AES-256 verschlüsselt. Auch ein Supercomputer kann diese Verschlüsselung nicht knacken. Die Nachricht wird nach dem Lesen automatisch und restlos gelöscht. Wenn die Nachricht nicht geöffnet wird, wird sie ebenfalls gelöscht. Als Zeitfenster ist standardmäßig 48 Stunden vorgegeben. Dies kann beim Erstellen jedoch angepasst werden.

Privnote

Mit Privnote.com kannst Du sehr einfach geheime Nachrichten online verschicken. Die Oberfläche bietet mehrere Sprachen zur Auswahl an.

Privnote ist ein gutes Tool zum Versand selbstzerstörender Nachrichten

Du definierst, wann Privnote deine Nachricht löscht. Das kannst Du rechts unten in den Optionen einstellen. Zur Auswahl steht direkt nach dem Lesen oder in Zeitabständen zwischen einer Stunde und 30 Tagen. Auch eine Verschlüsselung mit Passwort ist möglich. Die Nachricht kann dann nur vom Empfänger gelesen werden, der das separate Passwort kennt. So ist gleich eine weitere Sicherheitsstufe mit eingebaut. Privnote kann auch eine Zerstörungsbenachrichtigung verschicken. Privnote gibt an, dass keinerlei Daten gespeichert werden.

SafeNote

SafeNote ist mit Privnote vergleichbar. Die Funktionen sind überwiegend identisch. Jedoch ist die Oberfläche ist nur in Englisch. Mir gefällt hier, dass ich noch zusätzlich Dateianhänge hinzufügen kann. Ich kann außerdem noch entscheiden, wie oft die Nachricht gelesen werden darf.

Burnnote

Burnnote startete 2012. Im Internet kursiert immer noch Burnnote als Service. Dies sind jedoch veraltete Informationen. Der Dienst wurde nach fünf Jahren eingestellt.

WhatsApp mit ablaufenden Nachrichten – gleiche Funktion, anderer Name

Bereits seit längerem hat Facebook ein Update für WhatsApp für ablaufende Nachrichten angekündigt. Viele User wünschen sich diese Funktion schon lange. Damit sollen Chatnachrichten nach 7 Tagen gelöscht werden. Stand Januar 2021 ist diese Funktion aber noch nicht verfügbar.

Wie wird die Option – ablaufende Nachrichten – bei WhatsApp eingerichtet?

Technisch soll es so funktionieren: Du klickst auf den Chat, dann auf das Foto deines Chatpartners. Innerhalb der Chatoptionen soll dann die Funktion “abgelaufene Nachrichten” aktiviert werden. Die Nachricht verschwindet auch, wenn Dein Chatpartner innerhalb von 7 Tagen Deine Nachricht nicht geöffnet und gelesen hat. Der Administrator von Gruppenchats kann diese Funktion ebenfalls einschalten.

Selbstzerstörende Nachrichten können immer auch umgangen werden

Ich finde die Möglichkeit, selbstzerstörende Nachrichten zu verschicken, sehr interessant. Jedoch kann jedes Tool ausgehebelt werden. Wenn Du eine Bildschirmkopie machst, kannst Du trotzdem die angezeigte Nachricht abspeichern. Möglich ist es auch, mit einem Fotoapparat oder zweiten Smartphone ein anderes Handy oder Laptop zu fotografieren. Bei WhatsApp kann man die Löschung nach 7 Tagen umgehen, in dem die Nachricht an einen anderen Chat weitergeleitet wird, der diese Löschfunktion nicht enthält.

Alternativen zu selbstzerstörenden Nachrichten

Wer Wert auf Verschlüsselung legt, dem aber die Selbstzerstörung nicht so wichtig ist, der kann auch über alternative Messenger-Dienste nachdenken. Gegenüber WhatsApp zeichnet sich zum Beispiel der Schweizer Nachrichtendienst Threema durch besondere Ende-zu-Ende Verschlüsselung und große Sicherheit aus. Auch Telegramm ist weit verbreitet, wenn auch in den letzten Jahren eher negativ in den Schlagzeilen. Ende-zu-Ende Verschlüsselung muss in jedem Chat separat ausgewählt werden. Viele Verschwörungstheoretiker pflegen eigene Kanäle auf Telegramm. Entwickelt wurde Telegram in Russland.

Etikette im Netz

Auch wenn es die technischen Möglichkeiten der selbstzerstörenden Nachrichten im Internet schon lange gibt, richtig durchgesetzt haben sich diese Tools nicht. Außerdem sollte die automatische Löschung trotzdem nicht dazu verführen, jemandem unangemessene Nachrichten jeglicher Art zu schicken. Nach wie vor gilt für mich der Grundsatz der Etikette im Netz: Was ich anderen nicht persönlich sagen möchte, schreibe ich auch nicht ins Netz.

Gibt es für Euch noch Anwendungsmöglichkeiten für solche verschlüsselten Tools? Was haltet Ihr davon? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

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