Ahnenforschung von zuhause

Viele von uns interessieren sich für die Familiengeschichte und recherchieren von Zeit zu Zeit zuhause am Rechner. In der Vergangenheit musste man dazu unendlich viel Zeit in Archiven mit staubigen Büchern verbringen. Heutzutage ist das zum Glück nicht mehr nötig, da viele Archive und Kirchenbücher mittlerweile online recherchierbar sind. Die Genealogie fasziniert weltweit die Menschen und es gibt unzählige Webseiten zum Thema Ahnenforschung. 

kleiner Junge mit Ball, Archivfoto, historisch
Ahnenforschung von zuhause

Meine Tipps zum Einstieg in die Ahnenforschung am PC möchte ich Euch hier vorstellen:

1. Software für den Familienstammbaum auswählen

Mit der Ahnenforschung kann man ja viele Jahre und Jahrzehnte verbringen. Deshalb ist es eine gute Idee, sich die Informationen, die man zur Familiengeschichte sammelt, direkt von Vornherein auf dem PC zu speichern. Es gibt vielfältige Apps und Programme, die hier unterstützen.

Anforderungen, die ich an ein solches Programm habe sind:
möglichst kostengünstig, ohne Abomodell, ohne Recherchefunktion in Onlinearchiven. Dokumente und Fotos zu den Familienmitgliedern, die ich recherchieren konnte, möchte ich aber als Anhänge hinzufügen. Ausserdem soll der Stammbaum später schön graphisch dargestellt werden. Scheidungen, Zweite Ehen, Notizen sollen auch dokumentierbar sein.

Wer sich intensiv und ernsthaft mit der Familiengeschichte beschäftigen möchte, sollte bereits von Anfang an darauf achten, dass sein Programm die Daten im GEDCOM-Format abspeichert (GEDCOM Daten sind rein textbasiert und lassen sich mit einem Texteditor öffnen und bearbeiten). Dies hilft später, wenn man die Daten auf ein neues Programm umziehen möchte, damit die gesammelte Datenbasis erhalten bleibt.

Eine Auswahl verfügbarer Programme für Ahnenforschung

Ancestry

Ich habe schon seit einigen Jahren die App „Ancestry“ auf dem Handy. Ancestry ist ein sehr großer, wenn nicht sogar der größte Anbieter auf dem Markt. Die App ist sehr umfangreich, bietet alle Funktionen, die sich ein Ahnenforscher wünschen kann, inklusive der Online-Recherche in weltweit verfügbaren Datenbanken.
Wenn genügend Daten der Familienmitglieder angegeben wurden, werden auch Hinweise zu verfügbaren Archiven angezeigt, die man zu seinem Familienstammbaum hinzufügen kann. Hier handelt es sich um ein kostenpflichtiges Abo-Modell. Es kostet pro Jahr rund 120 €.

Family Tree Builder

Family Tree Builder ist die App zu myheritage.de. Myheritage ist auch ein sehr bekannter Anbieter im Markt. Für Windows gibt es eine kostenlose Testversion, für den Mac kostet die App einmalig 16,99 €. Optisch ist das Programm sehr ansprechend, auch für umfangreiche Stammbäume gut geeignet. Bis zu 250 Personen ist das Windows-Programm kostenlos. Die App ist ebenfalls als Abo für Premium und Premium Pro angelegt, wenn man alle Funktionen nutzen möchte.

Genomous Family Tree

Wer nur die Namen, sowie Geburts- und Sterbedaten plus Foto eintragen möchte, wird hier zufrieden sein. Mehr ist in dieser App für den Mac leider nicht möglich, dafür ist sie aber kostenlos. Wer sich aber ernsthaft und langfristig mit Ahnenforschung beschäftigen möchte, sollte sich die Zeit der Dateneingabe sparen.

Familienbande

Familienbande ist eine deutschsprachige, kostenlose Software mit umfangreichen Funktionen. Meine Anforderungen werden mit dieser App schon erfüllt. Verfügbar ist die App für Mac, Windows und Linux.
Download möglich unter  https://www.familienbande-genealogie.de/download.html

Ahnenblatt

Für Windows ist Ahnenblatt verfügbar. Die Demoversion umfasst bis zu 50 Personen, Ausdrucke sind mit Wasserzeichen möglich. Die Vollversion ist für 39 € erhältlich.

Mac Stammbaum

Im AppStore für den Mac findet man nur die Vollversion zum Preis von 64,99 € zum Download.
Auf der Homepage kann man jedoch auch die Demoversion laden. Leider lässt sich der erstellte Stammbaum in der Demo nicht abspeichern. Die Visualisierung der Stammbäume ist jedoch sehr gelungen.

Gramps

Gramps ist die Abkürzung für Genealogisches Recherche und Analyse Management Programm System. Dieses Programm ist kostenlos, wird von Genealogen gepflegt und weiterentwickelt und ist in vielen Sprachen verfügbar. Der Einstieg ist etwas komplexer, dafür bietet das Programm auch langfristig sehr umfangreiche Möglichkeiten. Leider ist das Programm in meinem Test auf dem Mac mehrfach abgestürzt.

2. Daten und Bilder der bekannten Familiengeschichte dokumentieren

Wer sich für eine passende App entschieden hat, kann nun mit der Datenerfassung beginnen. Wir haben für unseren Familienstammbaum zuerst angefangen, die Daten aus dem Familienstammbuch zu übertragen. Glücklicherweise war sogar noch das Stammbuch unserer Urgroßmutter vorhanden. In diesem war noch der Ariernachweis und somit die Familiengeschichte über die vorherigen drei Generationen vorhanden, die wir nun leicht in die App übertragen konnten.

3. Familienmitglieder befragen

Wer noch die Möglichkeit hat, sollte seine alten Verwandten und Angehörige befragen.
Meine Oma ist vor einigen Jahren verstorben. Zu Lebzeiten haben wir aber die alten Familienalben durchgeblättert und ich hatte mir mit Bleistift zu den Fotos Notizen gemacht.

4. In Online-Archiven recherchieren

Danach geht die „richtige“ Recherche in Online-Datenbanken los und der Zeitaufwand wird deutlich größer.

Computergenealogie – Datenbankrecherche

Zeitgleich mehrere Datenbanken durchzustöbern, ist ebenfalls am Anfang sehr nützlich.
Der Verein der Computergenealogie bietet dazu einen sehr guten Einstieg unter
www.compgen.de.

Familysearch

Umfangreiche Datenbanken stellen auch die Mormonen zur Verfügung. Bei www.familysearch.org findet man weltweite Unterlagen und erhält diese nach Registrierung auch kostenlos. In Deutschland gibt es auch einige Forschungsstellen, in denen die Kopien historischer Kirchenbücher eingesehen oder bestellt werden können.

Cyndislist

Bei cyndislist.com findet der englischsprachige Leser viele tausende Links und Hinweise zum Einstieg in die Genealogie.

5. Austausch mit anderen Hobby-Genealogen und Forschern

Wer sich erstmal eine Basis geschaffen hat, kann sich dann auch mit Forschern und weiteren Interessierten zu Spezialthemen austauschen. Interessante Fragestellungen, wie „Wo war mein Opa im 2. Weltkrieg?“ und regionale Themen werden in speziellen Foren beantwortet.

Interessant ist hier kracke.org, ein privater Blog, der über seinen Einstieg in das Thema berichtet und viele tolle Links enthält. Er betreibt auch seit 2012 einen Podcast, der mehr als 40 Folgen zum Thema bereits veröffentlicht hat. 

Mein Fazit

Mit ganz wenigen Klicks seinen Stammbaum über viele Generationen zu erstellen, ist mit keinem Programm und trotz der vielfältigen Suchmöglichkeiten im Internet noch nicht möglich.

Wer sich etwas Mühe macht und selbst die Informationen sucht, spart sich die bekannten Portale und bekommt die offensichtlich „exklusiven“ Inhalte oft kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Frei zugängliche Online-Archive von historischen Kirchenbüchern sind leider heute immer noch nicht verfügbar, oft muss man hier noch anfragen und erhält kostenpflichtig Auskunft und Dokumente. 

Trotzdem finde ich es sehr faszinierend, vom heimischen Schreibtisch aus mit detektivischem Spürsinn die Familiengeschichte Schritt für Schritt zu ermitteln.

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