4 R Technologien – was ist das?

Immer öfter liest man in den Medien über 4-R Technologien. Wahrscheinlich geht es Euch so wie mir, die bisher von diesem Begriff noch nichts gehört hatten. Jedoch bedeuten 4-R-Technologien die Strategien, die für ein nachhaltiges Leben auf unserer Erde umgesetzt werden sollten.

4-R Technologien bedeuten

  • Refuse – Vermeiden
  • Reduce – Reduzieren
  • Recycle – Wiederverwerten
  • Repair – Reparieren

Diese Technologien sind eng mit dem Thema Nachhaltigkeit, Ökologie und CO2-Emissionen verbunden.

Umsetzung von 4-R Technologien im Alltag

Ist das jetzt nur so ein neues „Modewort“ oder was kann ich denn damit jetzt in meinem Alltag anfangen? Was hat das denn mit mir zu tun?
Mich beschäftigt das Thema Nachhaltigkeit, nicht zuletzt durch meine Kinder und die „Fridays for Future“ Bewegung, schon seit einiger Zeit. Ich bin auch davon überzeugt, dass es möglich ist, die 4-R Technologien im Alltag umzusetzen. Ich würde aber mich sicherlich nicht als „Zero Waste“ Verfechterin bezeichnen.

Was ist jetzt bitte Zero Waste?

Zero Waste (übersetzt Null Müll) ist für mich eine extreme Form des nachhaltigen Lebensstils. Ich vergleiche das gerne mit dem Unterschied von Veganer zu Vegetarier. Der Eine is(s)t bewusster, verzichtet auf Fleisch, der Andere verzichtet darüberhinaus noch auf viel mehr, kein echtes Leder, keine Eier, usw….. So kommt es mir bei Zero Waste auch vor. Versteht mich nicht falsch: ich finde, sich bewusst mit seinem Konsumverhalten auseinanderzusetzen ist wichtig und ich finde es toll, wenn jemand sich für den Zero Waste Lebensstil entschieden hat. Für mich kann ich mir jedoch ein komplettes Zero Waste Leben nicht vorstellen. Aber Zero Waste ist die perfekte Umsetzung der 4-R Technologien: Refuse, Reduce, Recycle und Repair.

Refuse – Teil 1 der 4-R-Technologien – Vermeiden

Hand auf´s Herz: Nach einer Statistik besitzt jeder Europäer im Durchschnitt 10.000 Gegenstände in seinem Haushalt. Noch vor 100 Jahren waren es knapp 180 Gegenstände. Sicherlich machen sich nur die wenigstens unter uns die Mühe, tatsächlich mal alles zu zählen, was man besitzt. Aber, und da nehme ich mich bestimmt nicht aus!, vieles davon haben wir seit Jahren nicht mehr in der Hand gehabt und wir haben es sicherlich auch nicht vermisst. Ich darf gar nicht an die Regale im Keller denken, die voll sind mit Kinderspielsachen, die schon seit Jahren keine Kinderhand mehr gesehen hat….ob das insgesamt 5.000 oder 10.000 Dinge sind: es sind auf jeden Fall zuviele.

Das Kaufen wird uns aber auch sehr einfach gemacht: mal schnell ein Klick hier, mal ein super Schnäppchen im Ausverkauf da, die Sonderangebote für „Nimm 3, zahl 2“, obwohl wir schon mit dem ersten Teil monatelang auskommen würden…. deshalb ist das oberste Gebot: Vermeiden! und sich immer die Frage stellen: „Brauche“ ich das jetzt wirklich?

Ein Tipp zum Vermeiden beim Online-Shoppen: Erstmal in den Einkaufswagen legen und noch ein paar Tage abwarten. Wenn der Bedarf dann immer noch da ist, Preise auf Vergleichsportalen vergleichen und erst dann beim günstigsten Angebot zuschlagen.

Finanzblogs empfehlen auch, dir erst etwas zu kaufen, wenn du es dir finanziell leisten könntest, diesen Artikel dreimal zu kaufen. Alternativ kann man ja Dinge, die nur einmal im Jahr benötigt werden, wie z.B. ein Rasenvertikutierer, einfach leihen. Vielleicht hat es ja jemand in der Familie, im Freudeskreis oder in der Nachbarschaft?

Diese Tipps entsprechen zwar nicht den Gesetzen unserer Wirtschaft, die nur auf Wachstum und Konsum ausgerichtet sind, aber sie helfen sicherlich unserer Umwelt und dabei auch noch unserem Geldbeutel.

Reduce – Teil 2 der 4-R-Technologien – Reduzieren

Reduce, also Reduzieren, ist auch mittlerweile recht bekannt geworden unter dem Begriff Minimalismus. Anstelle von 30 T-Shirts gibt es eben dann nur noch 12 im Schrank, anstelle von 9 Jeans nur noch zwei. Dies lässt sich auf die ganze Wohnung übertragen. Eine recht bekannte Methode zum Aufräumen und Loslassen hat die Japanerin Marie Kondo entwickelt, die „KonMari“ Methode. Marie Kondo hat dazu einen Bestseller geschrieben und von dieser Methode gibt es auch eine Serie bei Netflix. Die Kon Mari Methode bedeutet, dass man ganz gezielt jeden Gegenstand in die Hand nimmt und sich frägt, welche Gefühle dieser Gegenstand auslöst. Wenn es keine guten Gefühle sind, dann darf man sich bei diesem Gegenstand bedanken und dann auch loslassen. Hört sich jetzt vielleicht etwas abgehoben an, aber es lohnt sich, mal in das Buch reinzulesen und / oder sich die Serie anzusehen. Für Lesemuffel gibt es auch das Hörbuch für unterwegs.

Es gibt auch sehr schöne Youtube Videos, bei der Frauen die KonMari Methode im Kleiderschrank und die besondere Falttechnik anwenden. Danach ist der Schrank und die Schubladen wunderschön farblich geordnet und um die Hälfte geschrumpft.

Ich selbst habe dieses Prinzip auch ausprobiert und danach meinen Schrank ausgemistet. Nach einem knappen Jahr muss ich sagen, ich habe die T-Shirts immer noch in der Marie Kondo Stapel-Methode in meiner Schublade farblich geordnet, aber meine Pullis sind leider nicht mehr so schön sortiert. Aber immerhin habe ich damit zwei große Müllsäcke aussortiert!

Ein weiterer großer Block zuhause waren meine Bücher in meinem Bücherregal. Ich lese sehr gerne und mit den Jahren musste ich mehrere Regale anschaffen um die vielen Bücher im Wohnzimmer unterzubringen. Zum Wegschmeißen waren die Bücher viel zu schade, aber tatsächlich habe ich von den vielen Büchern nur ganz wenige nach einiger Zeit noch einmal gelesen. Deshalb habe ich konsequent den überwiegenden Teil der Bücher verkauft. Über Portale wie Momox (online oder per App) oder Buchmaxe ist das auch recht leicht.

Recycle – Teil 3 der 4-R-Technologien – Wiederverwerten

Bei Recycle denkt man ja immer zuerst an das Plastikrecycling. Mache aus alten Joghurtbechern mal ein paar Parkbänke oder so. Tatsächlich gehört für mich dazu, dass ich z.B. Nudelreste am Abend nochmal in einen Nudelauflauf verwandle oder alte Brötchen für Semmelbrösel und Frikadellen verwende (ihr merkt: ich bin kein Vegetarier).

Aus alten weißen Handtüchern und alten Shirts habe ich mir selbst wiederverwendbare Kosmetikpads genäht. Diese sammele ich nach Gebrauch in einem Wäschesäckchen und dann kommen die in die Waschmaschine.

Repair – Teil 4 der 4-R-Technologien

Ja, das Reparieren ist bei mir auch noch so ein ungeliebtes Thema. Im Keller habe ich schon ein Regal mit Dingen, die ich irgendwann mal noch reparieren will oder mal schauen, ob es sich noch zu reparieren lohnt…Dazu fehlt mir manchmal auch die Lust, mich mit der Reparatur zu beschäftigen.

Bei den Kinderjeans habe ich aber in der Vergangenheit immer viel repariert, mit einem schönen Bügelflicken waren die Hosen immer noch gut genug für den Spielplatz und den Kindergarten…..

So, ich hoffe, es war jetzt aus der Vielzahl von Tipps zum Thema 4-R-Technologien auch etwas für Euch mit dabei, was ihr umsetzen möchtet, bzw. vielleicht auch sogar schon umgesetzt habt. Schreibt mir doch dazu was in den Kommentaren. Ich bin gespannt auf Eure Ideen.

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